• Sanfte Berührung
  • Vertrauen
  • Tiergestützte Therapie
  • Aufmerksamkeit
  • Teamarbeit
  • Freude am Arbeitsplatz

Aus der Tiergestützten Arbeit

Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte. Deshalb wollen wir Ihnen an dieser Stelle einen Eindruck von einem Aspekt der speziellen Beziehung zwischen Mensch und Hund vermitteln, der besonders gut den Einfluss des Vierbeiners auf die tiergestützte Arbeit verdeutlicht.

Die Schlaganfallpatientin, die sich nicht bücken wollte

Tania Gallardo arbeitete in ihrer Praxis für Ergotherapie mit einer Schlaganfallpatientin, der es aufgrund ihrer Diagnose und dementsprechenden motorischen Einschränkungen sehr schwer fiel, sich zu bücken. Sie berichtet: “Wenn wir das üben wollten, dann verweigerte sie und sagte, sie sei schließlich alt genug, da müsse man eben mit Einschränkungen leben. Ich setzte daraufhin den Hund in der Therapie ein. Wir spielten, dass der Hund im Raum versteckte Leckerchen suchen sollte. Und siehe da: Sobald es darum ging, für den Hund Leckerchen zu verstecken, vergaß sie völlig, dass es ihr schwer fiel, sich zu bücken. Die Vorfreude darauf, den Hund beim Suchen zu beobachten, überdeckte jede Anstrengung.”

Karlson und das Pizza-Spiel

In der Therapie mit Claudia, einem freundlichen, offenen und zierlichen Mädchen, kam Therapiebegleithund Karlson zum Einsatz (2002). Der Golden Retriever war so ausgebildet, dass er ungewöhnliche Bewegungen, Geräusche und Gerüche tolerierte, an diverse Hilfsmittel der therapeutischen Arbeit gewöhnt war und auf Hör- und Sichtzeichen reagierte. Claudia unterstützte er vor allem dabei, taktile und tiefensensible Wahrnehmung zu verarbeiten und sich besser konzentrieren zu können.

Zunächst lud Tania sie ein, gleichmäßig in der Hängematte zu schwingen, und beschwerte ihren Körper mit Sandkissen, um diesen besser spüren und einschätzen zu können. Dann kam Karlson gezielt zum Einsatz und ersetzte die Sandkissen. Mit seinem Fell, das Retriever-typisch reich an strukturellen Unterschieden ist, bot er Claudia viele verschiedene taktile Reize. Seine freundliche und auffordernde Art unterstützte den Erfolg doppelt.

Auch beim späteren “Pizzaspiel” war er äußerst unterstützend. Bei diesem Spiel lässt sich der Patient von ein bis zwei “Pizzabäckern” am ganzen Körper als “Pizzateig” durchkneten (massieren). Danach wird der Teig mit “Kräutern berieselt” (leichtes Kitzeln) und mit Zutaten wie “Salami”, “Käse” und “Pilzen” (kleine, schwere Sandsäcke werden auf den Gelenken platziert) belegt. Beim “Probieren” der fertigen Pizza werden die Zutaten wieder abgenommen (und dabei Körperteile benannt). Anders als der Hängematte schenkte Claudia dem Spiel anfangs nicht viel Vertrauen. Als großer Motivationsfaktor bot es sich an, Karlson hinzuzuholen. Er wurde zuerst von Claudia und mir als “Pizzateig” durchgeknetet und belegt. Karlsons ruhige Ausstrahlung während des Spiels übertrug sich auf die Patientin. Danach stellte sich Claudia als “Pizzateig” zur Verfügung, bestand aber darauf, dass Karlson neben ihr liegen blieb. So konnte sie sich besser konzentrieren und schien beim Benennen der Körperteile (Körperwahrnehmung) weniger Schwierigkeiten zu haben. In manchen Situationen schafft es der Therapiebegleithund leichter, Patienten die Ängste zu nehmen oder sie zu verringern. In anderen Situationen kann er sie durch seine selbstverständliche Art, die als Akzeptanz empfunden wird, bestärken.

Konzentration und Selbstbewusstsein im Hürdenlauf

Eine Siebeneinhalbjährige, Fiona genannt, wird in der Ergotherapie-Praxis Gallardo aufgrund von Konzentrations- und sensomotorischen Problemen sowie mit vermindertem Selbstbewusstsein vorgestellt. Als Ziel legen wir fest, dass wir ihre Konzentration steigern und ihr Selbstbewusstsein fördern wollen, indem wir ihre Körperwahrnehmung verbessern. Gemeinsam planen wir die Stunde. Therapiebegleithündin Nana ist bereits mit dabei. Fiona ist konzentriert, sehr motiviert und positiv aufgeregt. Als wir den Hürdenlauf für die folgende Übung aufbauen, bleibt Nana zunächst an der Leine – Fiona kann sie so besser beobachten und fühlt sich sicherer. Zunächst traut sich Fiona nicht, Nana alleine über den Hürdenlauf zu führen. Wir finden gemeinsam Lösungen – zum Beispiel, dass Fiona sicherer wird, indem sie zunächst von Tania geführt wird. Als sie es dann mit Nana ebenfalls schafft, ist sie sichtlich stolz. Beim anschließenden Aufräumen kann Retriever-Hündin Nana bereits ohne Leine dabei sein. Fiona kann gut mit der Situation umgehen.

Die Kiez-Kinder Neukölln und Sky Du Mont

Das Projekt Kiez-Kinder Neukölln kümmert sich um rund 60 Kinder, sorgt für gleiche und optimale Bildungschancen, für täglich gesundes Essen, unterstützt Eltern und versucht, Kinder vor Gewalt zu schützen und Respekt in den Alltag einfließen zu lassen. Gerade Respekt vor sich selbst und anderen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Dabei werden die Kiez-Kinder von Ergotherapeutin Tania Gallardo und Therapiebegleithündin Nana unterstützt – und einmal sogar im Fernsehen von Sky und Mirja Du Mont.

TV-Show "Sitz! Platz! Aus!"

In Sonja Zietlows Fernsehshow “Sitz Platz Aus” erspielten diese beiden Paten viele schöne Therapiestunden mit Tania und Nana für die Kiez-Kinder. Tania fasste die Ergebnisse später in einem Brief an Sky und Mirja Du Mont zusammen. Zunächst setzte sie sich mit Betreuerin Susanne zusammen, um mehr über die “Sorgenkinder” zu erfahren. Dann notierte sie für jede Gruppe der Kiez-Kinder, mit der sie arbeitete, ihre Ziele – zum Beispiel, die Konzentration zu verbessern, die Teamfähigkeit zu fördern oder positive Berührungen zuzulassen. Jeweils fünf Kinder waren zunächst für 90 Minuten mit Tania und Nana zusammen, später teilte sie zehn Kinder in zwei Gruppen à 45 Minuten auf. Am Ende stellte sie fest, dass die Kinder sich gegenseitig viel besser zuhörten und einander ausreden ließen. Kleine körperliche Übergriffe wie Anstoßen, Boxen, Anschreien, seien dank der Anwesenheit von Therapiehündin Nana fast ganz verschwunden. Hör- und Handsignale wie Sitz, Platz, Warte mit Nana auszuprobieren, machte den Kindern viel Freude und stärkte ihr Selbstbewusstsein. Der anfangs schwierige Türdienst – gruppenfremden Kindern, die in den Raum hineinkamen, höflich und respektvoll zu erklären, was geschieht und sie dann zu bitten, das Zimmer wieder zu verlassen – wurde mit der Zeit ebenso bewältigt.

TV-Show mit Sky Du Mont

Sky Du Mont war beeindruckt und antwortete Tania auf ihren Bericht: “Das ist eine großartige Arbeit, die Du da machst. Wenn wir wieder in Berlin sind, besuchen wir Euch!”

TG-Team-Berlin bildet Teams aus
TierGestütztes-Team-Berlin +++ Tania Gallardo & Andreas Teichfischer GbR +++ Uhlandstr. 101 +++ 10715 Berlin-Wilmersdorf
Telefon: 030 / 85 40 89 81 +++ www.tg-team-berlin.de +++ info@tg-team-berlin.de